Presse

Jahresnachprüfungen 2019

Flotte wieder flott: Der Flugzeugpark des Luftsportvereins (LSV) Degerfeld ist nun komplett einsatzfähig, mit Brief und Stempel. Der externe Prüfer des baden-württembergischen Luftfahrtverbands (BWLV) hat am Samstag die letzten drei Segelflugzeuge abgenommen und für die neue Saison freigegeben – dieses Mal recht spät, aber das hat seinen Grund.

pm_lsv_degerfeld_abnahme (1)
pm_lsv_degerfeld_abnahme (2)
pm_lsv_degerfeld_abnahme (3)

Am Samstagabend war die Werkstattleiterin des LSV, Ines Pfabe, sichtlich gelöst. Die letzten drei Segler haben gewissermaßen die jährliche TÜV-Prüfung bestanden, sind damit wieder amtlich lufttüchtig. Die anderen acht Maschinen fliegen bereits länger wieder. Der Prüfer Joachim Rechtsteiner sei sehr zufrieden mit der Qualität der Wartungsarbeiten gewesen. Max Rattey, der im Verein als sehr erfahren und penibel in seiner Arbeit gilt, habe mit einer Seitenruder-Instandsetzung „ein Meisterstück“ abgeliefert. Zwei weitere Flugzeuge erhielten neue Instrumentenbretter und wurden mit Navigationselektronik und Bordrechner aufgerüstet. Hunderte Arbeitsstunden flossen in die Nachrüstung, die über die reine Routinewartung hinausgehen.

Pfabe (25) sagt, das habe am Ende mehr Kraft gekostet als gedacht. Aber das Ergebnis könne sich sehen lassen. Rund 1000 Arbeitsstunden hätten Mitglieder über die Wintermonate aufgebracht, um Flugzeuge und Geräte in Schuss zu halten. „Da kommt schon was zusammen. Die neuen Instrumentenbretter wurden auf Initiative unserer Jugendabteilung hin gebaut“, so die junge Werkstattleiterin, „ich finde es gut, dass sie das Wissen nun auch anwenden, das sie in den Lehrgängen des Verbands erworben haben.“

Jahreshauptversammlung 29. März 2019

Bau einer eigenen Kleinkläranlage, Dachsanierung am Gaststätten-Gebäude und neue Versorgungsleitungen sowie ein neues Doppelsitzer-Segelflugzeug für den Ausbildungs- und Trainingsbetrieb: Der Luftsportverein (LSV) Degerfeld steht vor einem Jahr der Investitionen.

Die Weichen dafür stellten die Mitglieder in der Hauptversammlung am Freitag in ihrer Gaststätte „Il Delta“. Der Haushaltsplan 2019 wurde einstimmig verabschiedet. Jetzt sollen die Reserven aufgelöst werden, die der LSV über Jahre für diese Vorhaben angespart hat – über Rücklagen, Spenden, Feste und Eigenleistungen. Ferner gibt es Zuschüsse. Die baurechtlichen Freigaben liegen vor, so der Platz- und Hallenwart Peter Fischer, von Beruf Architekt. „Wir können anfangen“, sagte Fischer.

„Wir investieren relativ viel in Infrastruktur, Flugzeugpark und Instrumentierung unserer Maschinen“, ergänzte Vorsitzender Guido Voss. Bei der Planung der Bauvorhaben fühle sich der Verein von der Stadt Albstadt sehr gut begleitet und unterstützt. Ein Problem sei noch, dass vergleichsweise viel Arbeit auf verhältnismäßig wenig Schultern im Verein laste. Ein neues Dienstkonzept soll Abhilfe schaffen. Bei den Bauarbeiten seien auch Eigenleistungen der Mitglieder eingeplant.

Dass der LSV gut unterwegs ist, zeigten die Berichte der Führungsmannschaft. Ausbildungsleiter Martin Schick vermeldete 20 Flugschüler (plus sieben), von denen sechs kurz vor dem Scheinerhalt stünden. Zwei Schüler werden im Motorflug ausgebildet. Voriges Jahr gab es acht neue Berechtigungen, etwa für Segelkunstflug. Die 20 ehrenamtlichen Fluglehrer im Verein absolvierten mit ihren Zöglingen im vorigen Jahr rund 1650 Starts und Landungen sowie 450 Flugstunden. Oberstes Ziel sei es, weiterhin für einen unfallfreien Flugbetrieb zu sorgen.

Werkstattleiterin Ines Pfabe erklärte, die Wartungsmannschaft habe ein „arbeitsreiches Jahr“ hinter sich. Es sei jedoch gelungen, das Werkstattpersonal zu verjüngen und über den Landesverband BWLV weitere Technikwarte auszubilden. Mehrere Flugzeuge seien modernisiert worden. Auch die Vereinsjugend packt an, so deren Leiter Tom Ebert. Sie engangierte sich beim Bau einer Hütte am Grillplatz, die Renovierung des Schulungsraums und dem Dach der Garagen. Das Sommerfluglager sei erfolgreich verlaufen.

Laut Kassierer Kai Gminder hat der LSV aktuell 254 Mitglieder. Er gehört damit zu den großen seiner Art in Baden-Württemberg. Die Investitionen seien vorsichtig kalkuliert und böten noch Reserven für Unvorhergesehenes. Der Verein stehe finanziell solide da.

Ehrenvorsitzender Manfred Birk beantragte die Entlastung, die einstimmig erteilt wurde. „Wenn ich noch mal jung wäre, würde ich wieder mit dem Fliegen anfangen, und zwar auf dem Degerfeld“, so Birk. Die Anfänge des Vereins und der Fliegerei rund um Albstadt seien bescheiden gewesen. Aber es sei seit 65 Jahren stetig aufwärts gegangen. Der LSV arbeite heute in Dimensionen, die mit einem mittelständischen Unternehmen verglichen werden könnten.

Das Flugplatzfest findet dieses Jahr am 24. und 25. August statt. Hauptattraktion ist die tschechische Kunstflugformation „Red Bull Aerobatics-Team“ mit vier Maschinen.

Ehrungen

jhv2019_Ehrungen

Für 60 Jahre aktive Mitgliedschaft zeichnete Vorsitzender Guido Voss eine Reihe von Mitgliedern aus: Dieter Beck, Horst Gonser, Helmut Röhm und Hans Schick. Seit 50 Jahren Flieger sind Günter Horn, Thomas Lindner, Axel Hackh und Hans-Joachim Knels. Dieter Beck vom Präsidium des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands (BWLV) zeichnete Hans-Joachim Knels aus. Er ist seit 37 Jahren ehrenamtlicher Fluglehrer. Dafür erhielt er die Goldene Fluglehrer-Ehrennadel der Dachverbände DAeC und BWLV. Verabschiedet wurden die Warte der Motorflugzeuge des Verins, Herbert Mürdter, Norbert Blab und Hans-Joachim Knels. Darüber hinaus gab es Vereinsehrungen für langjährige und verdiente Mitglieder.